Petra Haider im Gespräch mit  klara van steyn

Arrangieren und Experiment und Spielen. Musik begleitete mich in meiner Kindheit bei Tang und bei Nacht: Vater singt häufig Solotenor, Mutter und Großmutter sind musikalisch häufig unterwegs. Im Nachbarhaus lebt ein Kirchenorganist****Mit 12 für den Weltfrieden gegen die Pershing Stationierung unterwegs und mehr als 4 Jahre Vegetarierin wegen der Liebe zum Tier und dem seltsamen Veredelungs-Eiweißverhältnis **** Mit 16 Jahren für einige Wochen im Niger und Benin. Erfahrungen im Lehmbau gesammelt und polygam lebende afrikanische Großfamilien kennengelernt, die sich zum TV schauen auf dem kleinen Dorfplatz versammeln dabei aus einer Orange trinken**** Mit 18 Jahren heiratete ich heimlich einen bengalischen Flüchtling. Er sieht aus wie ein Indianer und ist ebenso stark. Kämpferisch und wissbegierig spricht er bald fließend deutsch und macht seinen Abschluss als Ingenieur. Den Namen "Haider" habe ich von ihm übernommen. *****Als Studentin an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg entwickelte ich, parallell zum Studium, - welches mir die Möglickeit auf freie Entfaltung nicht bot - ein komplexes und 18 Monate währendes 250 qm großes Raumprojekt und taufe es mit dem wohlklingenden Wort "H A L E A K A L A   Werkstatt Atelier und meer"-----**** Meine Stimme ist mein Instrument: Gemeinsam mit den  Bassisten Bernd Barofzky und Mark Gerster sowie Schlagzeuger Andi Hagen entstehen mehr als 20 Songs. Das ist eine der schönsten Erfahrungen die ich je gemacht habe. ******In einem Kurzfilm (Ludwigsburger Filmakademie) spielte ich zum ersten Mal vor einem silbernen Lichtfänger und rollte in einem weißen Kleid einen grünen Hügel hinunter. In einer Szene sollte ich weinen, dies bewirkte ich vor laufender Kamera durch das Hören der Hymne von Kyuss. ******Mit diesen Sätzen s c h l o s s  ich das Prüfungsgespräch für den Abschluss an der PH mit Mitte Zwanzig ab: " ...ich möchte nicht in einem 45 Minuten Takt unterrichten , ich möchte mich nicht beamten lassen, ...ich komme dann irgendwann mal von unten oder von der Seite...." - Das wars dann mit dem ersten Staatsexamen und dem Staatsdienst in einer Schule. Meine wissenschaftliche Abschlussarbeit : "Die klassische Moderne und die aktuelle Kunst als Wegbereiter des offenen Kunstunterrichts" Inhalt: eine hypothetische Betrachtung zur Umsetzungsmöglichkeit von "offenem Kunstunterricht" auf der Basis von Kernstücken des Bauhaus Dessau, Montessori-Pädagogik, Pythagoras und Joseph Beuys.  **********Parallell zu meinem Weggang an der Pädagogischen Hochschule, 1999, kreierte ich ein neues Projekt >>zur Präsentaion und Vermittlung von Architekturbegriffen>> in einen "behaus Ausstellungsraum Musterbau" . Mit viel Einsatz von Lehm, Marmormehl, Naturanhydrit-Flies-Estrich und DANK der Unterstützung durch die Industrie und Herstellern, dem jungen Baukünstler Jochen Heß sowie Handwerksbetrieben aus der Region *****Dieser aufwendige Aufbau und Umbau wurde nach 5 Jahren wieder demontiert. Die hohen Mieten und Nebenkosten und ein unverständiger Hausbesitzer ließen es nicht anders zu. Der Anhydrit - Boden wurde herausgesägt, aufwendig in mehreren Schichten von Hand herausgeschaufelt, mit einem PKW-Anhänger über Feldwege transportiert  und dient, zusammen mit der Schüttung, als Fundamentfür einen modernen Offenstall für Kühe . ***** 2004 MUSIK MUSIK findet wieder Platz - Im Schrank ist die Gesangskabine! Ein neues Leben beginnt in einem hübschen Altbau, einer rosafarbenen Villa. Ein Zimmer  = Musikstudio, ein Zimmer = Büro und Atelier, ein Zimmer fürs Schlafen und entspannen. Eine große Wohnküche! Für häufige Gäste und das Projekt "Winterabende". Hierzu wird Freundes- und Bekanntenkreis eingeladen. Gespräche bei bunter Kerzenleuchterstimmung! **** Bogdan C. Mack hält sich als Hausgast auf und verbringt viel Zeit im Musikstudio. Wir produzieren, komponieren und basteln mit viel Freude 16 Songs. Das Lied .wenndu. wird auf 2 Schallplatten veröffentlicht und ist für den Rio-Reiser Songpreis 2006 nominiert.****  Im nachhinein habe ich das Gefühl, dass die Zeit damals einen anderen Takt hatte. Projekte wie "Ihr-Haus-hat-eine-Musik" und Architekturmodelle füllen mich mit Gedanken und Arbeit. 2007 dann ein fataler Fehler: ich setze mir in den Kopf ein "Cafe de la Musique" zu gestalten und zu eröffnen, ich werde zur Gastronomin, habe eine 80 h/Woche und lerne wie small talks gemacht werden. Das Cafe wird zum Treffpunkt für junge AbiturientInnen, Lehrern, kulturell interessierten Rentnern und allen, die sich wohlfühlen in dem 3-Etagen Cafe, welches im hohen hellen Eingangsraum mit roten Kronleuchtern und Zeitschriften ausgestattet ist, über eine kleine Balkonetage zum größeren Veranstaltungsraum führt. Dieser leuchtet besonders durch eine matt gestrichene Goldwand und eine silberne Discokugel. In der Ecke gibt es ein Pult für das Abspielen von Musik: 2 CD-Player, ein Laptop und ein FENDER RHODES Mark 1. Es finden 25 erfolgreiche Veranstaltungen statt: Kleine Konzerte, kleine Theateraufführungen, Lesungen. Es etabliert sich Stammpublikum, bunt gemischt, 3 Generationen. 

.....ERZÄHLPAUSE... .. Ich bewege mich in z w i s c h e n den Lücken, in den offenen noch nicht erzählten freien Geschichten. Die Räume und Orte sprechen deutlich ihre Möglichkeiten. Das ist ein Teil von angewandter Kunst, musikalischer Komposition und visionärem Text... mehr dazu bald....

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